Ein Gasthof mit Geschichte

Alte Hausnummer: 44
T-Nr.: B33

Ein Gasthof mit Geschichte

Alte Hausnummer: 44
T-Nr.: B33

Der aus Friedebach bei Saida kommende frühere Zeichenschläger und Holzhändler Carl Gottlob Klees wurde in Borstendorf seßhaft und besaß am Standort der jetzigen Bushaltestelle, auf der gegenüberliegenden Straßenseite, ein Wohn- und Wirtschaftsgebäude. Ihm gehörte auch die ehemals dahinterliegende „burgartige“ Schnapsbrennerei mit äußerer Galerietreppe. Er kellnerte im „Beigut“ des Lehnrichters (Pfarrbeigut – Am Pfarrweg 6). Die erworbene Schankberechtigung durch den Lehnrichter ermöglichte ihm die Gastwirtschaft mit Sohn und Enkeln auszuführen (um die Jahrhundertwende brannte dieser „Alte Gasthof“ nieder). 1856 baute Carl Gottlob Klees lt. Grundbuchamt Augustusburg nun hier am Standort ein Wohn- und Gasthofgebäude, worin auch ein Holzarbeiter, Schneider und Klempner untergebracht waren. Es entstand ein sogenannter „Kaffeegarten“ linksseitig des Gasthofs.Nach dessen Tod 1867 übernahm Sohn Carl Heinrich Klees die Gastwirtschaft. Ihm gehörten, neben der erworbenen „Kleesscheune“ an der heutigen Straße „Am Kleesberg“, u.a. auch die Ländereien am Hügel, wo sich jetzt zum großen Teil die Eigenheimsiedlung befindet. 1873 verstarb Carl Heinrich Klees und der sich bisher um das Gut und die Ländereien kümmernde Heinrich Gustav Klees übernahm mit 26 Jahren nun auch die Gastwirtschaft. Bereits 1901 starb er mit nur 44 Jahren, sodass seine Frau den Gasthof allein bis 1908 weiterführte. Einen Teil des Grundbesitzes verkaufte die Witwe an die Fa. C.G. Schönherr/Flo.mühle.

1908 – 1919 wurde der Gasthof von Friedrich Hermann Morgenstern als Pächter weitergeführt. Dieser beauftragte 1908 die örtliche Baufirma Max Mai mit dem Anbau eines großen Saales, welcher eine Verbindung zum alten Saal hatte und im rechten Winkel zum Gasthof stand. Von 1919 bis 1920 war Herr Menzel der Pächter. 1920 – 1929 war der Gasthof an Richard Buschbeck verpachtet.Dieser ließ 1926/27 durch die Deutsch-Amerikanische-Petrolium-Gesellschaft eine Dapolin Pumpanlage errichten, welche ein Fassungsvermögen von 2.000 Liter Benzin aufwies. Sie war damit die erste Tankstelle in Borstendorf. 1929 übernahm der Pächter Walther Piehler den Gasthof und ließ einen hinteren kleinen Anbau an den ehemaligen großen Saal errichten. Dieser wurde für die Kinoveranstaltungen durch das örtliche „Lichtspieltheater Bieber“ benötigt (Betreiber war Otto Bieber – Dorfbachweg 2). 1929/1930 wurden die früheren Pferdeställe im Erdgeschoß auf der rechten Seite des ehemaligen Gasthofs in eine Feinkosthandlung für Max und Hulda Kircheis zur Vermietung umgebaut. Eine Wäschemangel war ebenfalls in diesem Bereich untergebracht.

1935 kaufte Johannes (Hans) Lauterbach den Borstendorfer Gasthof. Er brachte die Eingangsbeschriftung der Exportbierbrauerei „Gambrinusbräu“ Naila (Bayern) an und im Jahr 1938 ließ er die Eingangstreppe des Gasthofs verändern. Nach dem Tod von Hans Lauterbach übernahmen Metha und Karl Wagner in HO-Kommission die Weiterführung des Gasthofs. In den Schulferien waren die Säle durch das Kinderferienlager Ferrolegierungswerk Lippendorf bei Borna belegt. Wagners hatten auch die Absicht, durch den Kauf dauerhaft ein Kinderferienlager einzurichten – bot doch die Nähe zum Freibad optimale Möglichkeiten. Doch dies wurde aufgrund des Wunsches nach Kultur auf dem Lande abgelehnt. 1960 ging der Gasthof in die Rechtsträgerschaft der VEB Papierfabriken Grünhainichen über. Im gleichen Jahr begannen die Abbrucharbeiten des baufälligen hinteren Saales und die Rekonstruktion des Vordergebäudes. Es wurde ein neuer großer Saal als Anbau durch die Brigaden des Betriebes, der örtlichen Industrie und Handwerker errichtet und die Bevölkerung leistete 16.000 Stunden freiwillige Arbeit im Rahmen des in den 50er Jahren gegründeten Nationalen Aufbauwerkes (NAW). Die Kegelbahn der geschlossenen „Erzgebirgsschänke“ im Niederdorf bekam nun auch im Gebäude einen neuen Platz. Am 21.04.1963 fand die Einweihung statt. Karl Wagner übernahm die gastronomische Versorgung. 1964 wurde der Bühnenaufgang gebaut. 1965 erfolgte, aufgrund des großen Bedarfs, ein extra Küchenanbau und ebenfalls in den 60er Jahren wurde ein Rosengarten angelegt. Im „Kulturhaus Neues Leben“ fanden die örtlichen Zirkel und Gruppen eine Heimstatt. Diese wurden unter der durch Helmut Preißler im Jahre 1959 gegründeten Dorfklubleitung durchgeführt. So gab es unter den 16 Gruppen, mit zum Teil beträchtlicher Mitgliederzahl, u.a. eine Schnitz- und Bastelgruppe, Klöppelgruppe, Film- und Fotozirkel, Malzirkel, „Dramatischer Zirkel“, Volkschor, Tanzkapelle Papyrus und die hauseigene Disko. Im Haus befand sich auch die örtliche Bücherei. Höhepunkte waren u.a. die Schnitz- und Bastelausstellungen, welche im Jahr 1982 rund 20.000 Besucher nach Borstendorf brachte! Zu DDR Zeiten traten viele auswärtige Musiker und Künstler, so auch Prominente der DDR auf. In den 70er Jahren wurde oberhalb des Kulturhauses ein Mehrzweckgebäude errichtet, welches als Ferienheim und später als Schulungsstätte genutzt wurde. 1984 – 1989 diente es als Unterkunft der kubanischen Arbeiter der Papierfabrik. 1991 wurde das Kulturhaus Gemeindeeigentum und aufgrund fehlender Pächter am 03.06.1992 geschlossen. Zwei Pächter fanden sich später noch, welche den Gaststättenbetrieb leiteten (1995 – 2001 Ehepaar Schafferschick und 2001 – 2002 Gunter Beyrich). Das Ehepaar Preißler pflegte ehrenamtlich nach ihrem Auszug, Anfang der 90er Jahre, die Grünanlagen um das Kulturhaus noch bis 2002.

Diese Materialien sind nur hier digital verfuegbar – auf der Tafel selbst ist dafuer kein Platz.

weitere Materialien zum Gasthof mit Geschichte:

Das Wohn- und Wirtschaftsgebäude Carl Gottlob Klees links im Bild mit Sonnenuhr am Giebel und der burgartigen Schnapsbrennerei im Hintergrund - Standort heutige Bushaltestelle

 

Gasthof Klees

(1856 - 1908)

Einladung zur Gründung des landwirtschaftlichen Vereins 1889 in Klees Gasthof

Postkarte von 1898

Der Kopf der Gambrinusfigur. Diese ca. 1m große Figur, welche für Gambrinusbräu Werbung machte, war an der Fassade bereits bei Klees Gasthofs angebracht u. beim großen Umbau in den 60er Jahren wurde der Kopf der Figur gerettet

Anzeige von 1905

Anzeige vom 14.06.1884

Anzeige Klees Gasthof

Anzeige vom 20. Juli 1904 durch die Witwe Klees

Auf dem alten Friedhof hinter der Kirche befindet sich das Grab des Haus- und Feldbesitzer, Zeichenschlägers im Forst und Holzarbeiters Carl Gottlob Klees, gestorben 1867

Alte Rechnung von Carl Heinrich Klees 1869, wo auch eine abgehaltene Singestunde erwähnt wird.

Grabstein von Heinrich Gustav Klees (19.11.1847 - 20.01.1901)

Gasthof Morgenstern

(1908-1919)

Gasthof Morgenstern

Friedrich Hermann Morgenstern, Besitzer des Gasthaus Borstendorf mit Ehefrau

Die beauftragte örtliche Baufirma Max Mai beim Bau des großen Saales 1908

Postkarte Morgensterns Gasthof im Jahr 1913

Feldpost aus dem ersten Weltkrieg:
"Mein lieber Alfred!
Von meiner Geburtstagsfeier in Gestalt eines fidelen Kaffeeklatsches sendet Dir herzliche Grüße Dein M.Fitzer,
E.hle....herzl.Grüße Deine ...deutscher Gruß L.Ihle...Gruß deine Schw.Martha,
Mutter Morgenstern
Walter Morgenstern
Lieber Alfred, hoffentlich können wir bald... ein gemütliches Zusammensein feiern wenn ihr wieder glücklich in der Heimat zurück seid.. Brief folgt Du bester.
Recht herzlich grüßt Deine Schwäg.Johanna"

An den Unteroffizier d.Res.
Alfred Seifert
Inf.Reg.182 4.Komp.
245 Inf.Brig.123 Division

(Alfred Seifert ist verwundet worden)

Der erbaute Saal - Foto aus den 30er Jahren

Gasthof Menzel

(1919 - 1920)

 

Menzels Gasthof

 

Gasthof Buschbeck

(1920 - 1929)

Buschbecks Gasthof

Annonce von Richard Buschbeck

Annonce von Richard Buschbeck

Vertrag über die Dapolin Pumpanlage (Richard Buschbeck)

Standort der Dapolin Pumpanlage

 

Gasthof Piehler

(1929-1935)

Anbau am alten großen Saal für das Lichtspieltheater Bieber. Errichtet durch Walther Piehler 1929

Umbau der ehemaligen Pferdeställe rechts in eine Feinkosthandlung durch Walther Piehler

Weihnachtsausstellung der Weihnachtsbastelgruppe am 10.01.1930

Georg Alfred Uhlig betrieb ab 1930 einen Handel mit Lebensmittel und Brennspiritus in einem Laden hier im Gasthof Piehler

Einbruch in Piehlers Gasthof 1932

Alfred Uhlig hatte eine der 10 Fischverkaufsstellen Borstendorfs, wie ein Schreiben des Borstendorfer Bürgermeisters von 1933 an die Cuxhavener Fischvertriebs-Companie Schmidt & Co. zeigt.

 

Gasthof Lauterbach

(1935 - Ende der 40er Jahre)

Lauterbachs Gasthof - Hans Lauterbach errichtete die Eingangstreppe des alten Gasthofes

Familie Hans Lauterbach

Metha Wagner hieß eigentlich Elisabeth Wagner und war eine geb. Lauterbach. Sie war in Bayern geboren. Ihre Eltern besaßen einen kleinen Gasthof in Crimmitschau bevor sie nach Borstendorf kamen und 1935 den Gasthof kauften. Der Vater nannte sie Metha (von bayrisch Mädla).
Nun kannte sie jedoch jeder in Borstendorf nur unter Metha.

Frau Elisabeth Uhlig (Witwe von Alfred Uhlig) wurde 1947 die Genehmigung vom Verkauf bewirtschafteter Verkaufsgüter entzogen - es lag der Betrugsfall vor.

Zustand des alten großen Saales in den 50er Jahren

Blick in den kleinen alten Saal

Hofseite

Das Gebäude der Feuerwehr musste weichen - der heutige Platz der Pyramide


"Kulturhaus Neues Leben":

Planungszeichnung Kulturhaus "Neues Leben"

Modell des Kulturhauses

16.000 Stunden freiwillige Arbeit leistete die Bevölkerung im Rahmen des Nationalen Aufbauwerkes (NAW) beim Bau des neuen Kulturhauses

Eine umfassende Baustelle

Das Fundament des Zwischenbaus entsteht

Rekonstruktion des Vordergebäudes

Das neue "Kulturhaus Neues Leben"

Der große Saal - modern und zweckmäßig

Die Gaststube

Blick in die Bar des großen Saales

Der neue kleine Saal im Kulturhaus

Eingangsfojer zum großen Saal

Sitzkapazitäten

Karl Wagner übernahm die gastronomische Versorgung

Küchenanbau 1963

 Der sogenannte Kaffeegarten

Blick vom oberen Mittelweg auf das Kulturhaus

Das Mehrzweckgebäude hinter dem Kulturhaus, das als Ferienheim und Schulungsstätte diente

das Mehrzweckgebäude bzw. Ferienheim

Das Mehrzweckgebaude wurde auch als Betriebsferienlager genutzt

Ansicht eines Zimmers, welches als Kinderferienlager diente

Ein Urlauberzimmer im Ferienheim

Von 1984 bis 1989 wohnten hier die kubanischen Arbeiter der Papierfabrik

Frau Preißler mit einem kubanischem Arbeiter

kubanische Arbeiter

örtliche Zirkel und Gruppen im "Kulturhaus Neues Leben":

Der Dramatische Zirkel mit dem Stück - S`gemauste Christbaam

Der dramatische Zirkel unterstützte die Kinder-Laienspielgruppe. 1965 führte diese das Märchenstück "Die 4 Jahreszeiten" auf.

Die Schmalfilmgruppe wurde 1960 von Alfred Grimmer ins Leben gerufen. DIeser leitete sie 30 Jahre lang.

Aus technischen Grunden stellte sie die Tätigkeit 1990 ein.

Mitglieder der Fotogruppe, die 1957 von Horst Oehme und Alfred Grimmer gegründet wurde und 25 Jahre existierte

Wer schießt das schärfste Foto - Bild der Fotogruppe

Der Volkschor zum Auftritt 1996 im Kulturhaus

Die langjahrige Leiterin der Borstendorfer Klöppelgruppe Irma Gebert.

1961 wurde der Klöppelzirkel gegründet. Hier der Gründungs-Zeitungartikel in der "Volksstimme Flöha" vom 5.5.1962

Seit den 60er Jahren schufen die Klöpplerinnen filigrane Kostbarkeiten

Die damaligen Frauen der Klöppelgruppe führten zur eigenen Freude die Tradition weiter - dieser Zirkel hat sich bis heute erhalten

Helmut Uhlig in voller Aktion. Sein größter Erfolg war 1972 die Teilnahme an der Endrunde der DDR Meisterschaft

Die Kegelbahn erhielt im Jahr 1982 sogar eine moderne Aufstellautomatik

Der Schnitzverein Borstendorf e.V. wurde 1927 als "Weihnachtsbastelgruppe" aus der Taufe gehoben

Am 1. Advent 1967 erstrahlte die Ortspyramide zum ersten Mal. Sie war eine der Ersten in der Umgebung - erschaffen vom Schnitzverein Borstendorf e.V.

Die Bestückung der Ortspyramide - erschaffen von dem Schnitzverein Borstendorf e.V.

Horst Schreiter weihte die Pyramide 1967 im Beisein der Erbauer ein

In den ersten Jahren wurde die Pyramide mit Hilfe von Stützstangen aufgestellt

Freude nach dem erfolreichen Aufbau (Ende der 60er Jahre)

Horst Schreiter übergibt 1972 zur Schnitzausstellung dem 10.000. Besucher eine Pyramide

Große Schnitz- und Bastelausstellung im Jahr 1982 mit 20.000 Besuchern

Weinkarte 1985

An der Anzahl und Vielfalt der Exponate genießt der Schnitzverein Borstendorf eine Einmaligkeit im gesamten Erzgebirge

Die Kinderschnitzgruppe wurde von Horst Schreiter 1954 mit 12 Mädchen und 24 Jungen ins Leben gerufen. Er leitete sie 50 Jahre mit viel Engagement.

Schulkinder im Clubraum

Veranstaltungen im "Kulturhaus Neues Leben":

Das Kulturhaus diente sogar als Fernsehstudio, wie hier bei der Aufzeichnung "Herzklopfen kostenlos"

Fast alle DDR Stars gaben in den stets ausverkauften Veranstaltungen ihr Visitenkarten ab - wie hier Hans-Joachim Preil

Rolf Herricht - ein beliebter Star

Eberhard Cohrs war ebenfalls zu Gast

Fips Fleischer

Kammersänger Rainer Süß zu Gast im Kulturhaus

Gute Stimmung herrscht im Saal

Tanz im Kulturhausgarten

Bierdeckel des Kulturhauses


Von Anfang an (1963-1990) waren Helmut Preißler und Ehefrau Henni mit dem Kulturhaus eng verbunden

Das letzte Team des Kulturhauses zur Schließung am 03.06.1992

Nach der Schließung fand ein Konzert mit Gunther Emmerlich und u.a. dem Volkschor im Kulturhaus am 10.06.1993 statt

Der aus Friedebach bei Saida kommende frühere Zeichenschläger und Holzhändler Carl Gottlob Klees wurde in Borstendorf seßhaft und besaß am Standort der jetzigen Bushaltestelle, auf der gegenüberliegenden Straßenseite, ein Wohn- und Wirtschaftsgebäude. Ihm gehörte auch die ehemals dahinterliegende „burgartige“ Schnapsbrennerei mit äußerer Galerietreppe. Er kellnerte im „Beigut“ des Lehnrichters (Pfarrbeigut – Am Pfarrweg 6). Die erworbene Schankberechtigung durch den Lehnrichter ermöglichte ihm die Gastwirtschaft mit Sohn und Enkeln auszuführen (um die Jahrhundertwende brannte dieser „Alte Gasthof“ nieder). 1856 baute Carl Gottlob Klees lt. Grundbuchamt Augustusburg nun hier am Standort ein Wohn- und Gasthofgebäude, worin auch ein Holzarbeiter, Schneider und Klempner untergebracht waren. Es entstand ein sogenannter „Kaffeegarten“ linksseitig des Gasthofs.Nach dessen Tod 1867 übernahm Sohn Carl Heinrich Klees die Gastwirtschaft. Ihm gehörten, neben der erworbenen „Kleesscheune“ an der heutigen Straße „Am Kleesberg“, u.a. auch die Ländereien am Hügel, wo sich jetzt zum großen Teil die Eigenheimsiedlung befindet. 1873 verstarb Carl Heinrich Klees und der sich bisher um das Gut und die Ländereien kümmernde Heinrich Gustav Klees übernahm mit 26 Jahren nun auch die Gastwirtschaft. Bereits 1901 starb er mit nur 44 Jahren, sodass seine Frau den Gasthof allein bis 1908 weiterführte. Einen Teil des Grundbesitzes verkaufte die Witwe an die Fa. C.G. Schönherr/Flo.mühle.

1908 – 1919 wurde der Gasthof von Friedrich Hermann Morgenstern als Pächter weitergeführt. Dieser beauftragte 1908 die örtliche Baufirma Max Mai mit dem Anbau eines großen Saales, welcher eine Verbindung zum alten Saal hatte und im rechten Winkel zum Gasthof stand. Von 1919 bis 1920 war Herr Menzel der Pächter. 1920 – 1929 war der Gasthof an Richard Buschbeck verpachtet.Dieser ließ 1926/27 durch die Deutsch-Amerikanische-Petrolium-Gesellschaft eine Dapolin Pumpanlage errichten, welche ein Fassungsvermögen von 2.000 Liter Benzin aufwies. Sie war damit die erste Tankstelle in Borstendorf. 1929 übernahm der Pächter Walther Piehler den Gasthof und ließ einen hinteren kleinen Anbau an den ehemaligen großen Saal errichten. Dieser wurde für die Kinoveranstaltungen durch das örtliche „Lichtspieltheater Bieber“ benötigt (Betreiber war Otto Bieber – Dorfbachweg 2). 1929/1930 wurden die früheren Pferdeställe im Erdgeschoß auf der rechten Seite des ehemaligen Gasthofs in eine Feinkosthandlung für Max und Hulda Kircheis zur Vermietung umgebaut. Eine Wäschemangel war ebenfalls in diesem Bereich untergebracht.

1935 kaufte Johannes (Hans) Lauterbach den Borstendorfer Gasthof. Er brachte die Eingangsbeschriftung der Exportbierbrauerei „Gambrinusbräu“ Naila (Bayern) an und im Jahr 1938 ließ er die Eingangstreppe des Gasthofs verändern. Nach dem Tod von Hans Lauterbach übernahmen Metha und Karl Wagner in HO-Kommission die Weiterführung des Gasthofs. In den Schulferien waren die Säle durch das Kinderferienlager Ferrolegierungswerk Lippendorf bei Borna belegt. Wagners hatten auch die Absicht, durch den Kauf dauerhaft ein Kinderferienlager einzurichten – bot doch die Nähe zum Freibad optimale Möglichkeiten. Doch dies wurde aufgrund des Wunsches nach Kultur auf dem Lande abgelehnt. 1960 ging der Gasthof in die Rechtsträgerschaft der VEB Papierfabriken Grünhainichen über. Im gleichen Jahr begannen die Abbrucharbeiten des baufälligen hinteren Saales und die Rekonstruktion des Vordergebäudes. Es wurde ein neuer großer Saal als Anbau durch die Brigaden des Betriebes, der örtlichen Industrie und Handwerker errichtet und die Bevölkerung leistete 16.000 Stunden freiwillige Arbeit im Rahmen des in den 50er Jahren gegründeten Nationalen Aufbauwerkes (NAW). Die Kegelbahn der geschlossenen „Erzgebirgsschänke“ im Niederdorf bekam nun auch im Gebäude einen neuen Platz. Am 21.04.1963 fand die Einweihung statt. Karl Wagner übernahm die gastronomische Versorgung. 1964 wurde der Bühnenaufgang gebaut. 1965 erfolgte, aufgrund des großen Bedarfs, ein extra Küchenanbau und ebenfalls in den 60er Jahren wurde ein Rosengarten angelegt. Im „Kulturhaus Neues Leben“ fanden die örtlichen Zirkel und Gruppen eine Heimstatt. Diese wurden unter der durch Helmut Preißler im Jahre 1959 gegründeten Dorfklubleitung durchgeführt. So gab es unter den 16 Gruppen, mit zum Teil beträchtlicher Mitgliederzahl, u.a. eine Schnitz- und Bastelgruppe, Klöppelgruppe, Film- und Fotozirkel, Malzirkel, „Dramatischer Zirkel“, Volkschor, Tanzkapelle Papyrus und die hauseigene Disko. Im Haus befand sich auch die örtliche Bücherei. Höhepunkte waren u.a. die Schnitz- und Bastelausstellungen, welche im Jahr 1982 rund 20.000 Besucher nach Borstendorf brachte! Zu DDR Zeiten traten viele auswärtige Musiker und Künstler, so auch Prominente der DDR auf. In den 70er Jahren wurde oberhalb des Kulturhauses ein Mehrzweckgebäude errichtet, welches als Ferienheim und später als Schulungsstätte genutzt wurde. 1984 – 1989 diente es als Unterkunft der kubanischen Arbeiter der Papierfabrik. 1991 wurde das Kulturhaus Gemeindeeigentum und aufgrund fehlender Pächter am 03.06.1992 geschlossen. Zwei Pächter fanden sich später noch, welche den Gaststättenbetrieb leiteten (1995 – 2001 Ehepaar Schafferschick und 2001 – 2002 Gunter Beyrich). Das Ehepaar Preißler pflegte ehrenamtlich nach ihrem Auszug, Anfang der 90er Jahre, die Grünanlagen um das Kulturhaus noch bis 2002.

Diese Materialien sind nur hier digital verfuegbar – auf der Tafel selbst ist dafuer kein Platz.

weitere Materialien zum Gasthof mit Geschichte:

Das Wohn- und Wirtschaftsgebäude Carl Gottlob Klees links im Bild mit Sonnenuhr am Giebel und der burgartigen Schnapsbrennerei im Hintergrund - Standort heutige Bushaltestelle

 

Gasthof Klees

(1856 - 1908)

Einladung zur Gründung des landwirtschaftlichen Vereins 1889 in Klees Gasthof

Postkarte von 1898

Der Kopf der Gambrinusfigur. Diese ca. 1m große Figur, welche für Gambrinusbräu Werbung machte, war an der Fassade bereits bei Klees Gasthofs angebracht u. beim großen Umbau in den 60er Jahren wurde der Kopf der Figur gerettet

Anzeige von 1905

Anzeige vom 14.06.1884

Anzeige Klees Gasthof

Anzeige vom 20. Juli 1904 durch die Witwe Klees

Auf dem alten Friedhof hinter der Kirche befindet sich das Grab des Haus- und Feldbesitzer, Zeichenschlägers im Forst und Holzarbeiters Carl Gottlob Klees, gestorben 1867

Alte Rechnung von Carl Heinrich Klees 1869, wo auch eine abgehaltene Singestunde erwähnt wird.

Grabstein von Heinrich Gustav Klees (19.11.1847 - 20.01.1901)

Gasthof Morgenstern

(1908-1919)

Gasthof Morgenstern

Friedrich Hermann Morgenstern, Besitzer des Gasthaus Borstendorf mit Ehefrau

Die beauftragte örtliche Baufirma Max Mai beim Bau des großen Saales 1908

Postkarte Morgensterns Gasthof im Jahr 1913

Feldpost aus dem ersten Weltkrieg:
"Mein lieber Alfred!
Von meiner Geburtstagsfeier in Gestalt eines fidelen Kaffeeklatsches sendet Dir herzliche Grüße Dein M.Fitzer,
E.hle....herzl.Grüße Deine ...deutscher Gruß L.Ihle...Gruß deine Schw.Martha,
Mutter Morgenstern
Walter Morgenstern
Lieber Alfred, hoffentlich können wir bald... ein gemütliches Zusammensein feiern wenn ihr wieder glücklich in der Heimat zurück seid.. Brief folgt Du bester.
Recht herzlich grüßt Deine Schwäg.Johanna"

An den Unteroffizier d.Res.
Alfred Seifert
Inf.Reg.182 4.Komp.
245 Inf.Brig.123 Division

(Alfred Seifert ist verwundet worden)

Der erbaute Saal - Foto aus den 30er Jahren

Gasthof Menzel

(1919 - 1920)

 

Menzels Gasthof

 

Gasthof Buschbeck

(1920 - 1929)

Buschbecks Gasthof

Annonce von Richard Buschbeck

Annonce von Richard Buschbeck

Vertrag über die Dapolin Pumpanlage (Richard Buschbeck)

Standort der Dapolin Pumpanlage

 

Gasthof Piehler

(1929-1935)

Anbau am alten großen Saal für das Lichtspieltheater Bieber. Errichtet durch Walther Piehler 1929

Umbau der ehemaligen Pferdeställe rechts in eine Feinkosthandlung durch Walther Piehler

Weihnachtsausstellung der Weihnachtsbastelgruppe am 10.01.1930

Georg Alfred Uhlig betrieb ab 1930 einen Handel mit Lebensmittel und Brennspiritus in einem Laden hier im Gasthof Piehler

Einbruch in Piehlers Gasthof 1932

Alfred Uhlig hatte eine der 10 Fischverkaufsstellen Borstendorfs, wie ein Schreiben des Borstendorfer Bürgermeisters von 1933 an die Cuxhavener Fischvertriebs-Companie Schmidt & Co. zeigt.

 

Gasthof Lauterbach

(1935 - Ende der 40er Jahre)

Lauterbachs Gasthof - Hans Lauterbach errichtete die Eingangstreppe des alten Gasthofes

Familie Hans Lauterbach

Metha Wagner hieß eigentlich Elisabeth Wagner und war eine geb. Lauterbach. Sie war in Bayern geboren. Ihre Eltern besaßen einen kleinen Gasthof in Crimmitschau bevor sie nach Borstendorf kamen und 1935 den Gasthof kauften. Der Vater nannte sie Metha (von bayrisch Mädla).
Nun kannte sie jedoch jeder in Borstendorf nur unter Metha.

Frau Elisabeth Uhlig (Witwe von Alfred Uhlig) wurde 1947 die Genehmigung vom Verkauf bewirtschafteter Verkaufsgüter entzogen - es lag der Betrugsfall vor.

Zustand des alten großen Saales in den 50er Jahren

Blick in den kleinen alten Saal

Hofseite

Das Gebäude der Feuerwehr musste weichen - der heutige Platz der Pyramide


"Kulturhaus Neues Leben":

Planungszeichnung Kulturhaus "Neues Leben"

Modell des Kulturhauses

16.000 Stunden freiwillige Arbeit leistete die Bevölkerung im Rahmen des Nationalen Aufbauwerkes (NAW) beim Bau des neuen Kulturhauses

Eine umfassende Baustelle

Das Fundament des Zwischenbaus entsteht

Rekonstruktion des Vordergebäudes

Das neue "Kulturhaus Neues Leben"

Der große Saal - modern und zweckmäßig

Die Gaststube

Blick in die Bar des großen Saales

Der neue kleine Saal im Kulturhaus

Eingangsfojer zum großen Saal

Sitzkapazitäten

Karl Wagner übernahm die gastronomische Versorgung

Küchenanbau 1963

 Der sogenannte Kaffeegarten

Blick vom oberen Mittelweg auf das Kulturhaus

Das Mehrzweckgebäude hinter dem Kulturhaus, das als Ferienheim und Schulungsstätte diente

das Mehrzweckgebäude bzw. Ferienheim

Das Mehrzweckgebaude wurde auch als Betriebsferienlager genutzt

Ansicht eines Zimmers, welches als Kinderferienlager diente

Ein Urlauberzimmer im Ferienheim

Von 1984 bis 1989 wohnten hier die kubanischen Arbeiter der Papierfabrik

Frau Preißler mit einem kubanischem Arbeiter

kubanische Arbeiter

örtliche Zirkel und Gruppen im "Kulturhaus Neues Leben":

Der Dramatische Zirkel mit dem Stück - S`gemauste Christbaam

Der dramatische Zirkel unterstützte die Kinder-Laienspielgruppe. 1965 führte diese das Märchenstück "Die 4 Jahreszeiten" auf.

Die Schmalfilmgruppe wurde 1960 von Alfred Grimmer ins Leben gerufen. DIeser leitete sie 30 Jahre lang.

Aus technischen Grunden stellte sie die Tätigkeit 1990 ein.

Mitglieder der Fotogruppe, die 1957 von Horst Oehme und Alfred Grimmer gegründet wurde und 25 Jahre existierte

Wer schießt das schärfste Foto - Bild der Fotogruppe

Der Volkschor zum Auftritt 1996 im Kulturhaus

Die langjahrige Leiterin der Borstendorfer Klöppelgruppe Irma Gebert.

1961 wurde der Klöppelzirkel gegründet. Hier der Gründungs-Zeitungartikel in der "Volksstimme Flöha" vom 5.5.1962

Seit den 60er Jahren schufen die Klöpplerinnen filigrane Kostbarkeiten

Die damaligen Frauen der Klöppelgruppe führten zur eigenen Freude die Tradition weiter - dieser Zirkel hat sich bis heute erhalten

Helmut Uhlig in voller Aktion. Sein größter Erfolg war 1972 die Teilnahme an der Endrunde der DDR Meisterschaft

Die Kegelbahn erhielt im Jahr 1982 sogar eine moderne Aufstellautomatik

Der Schnitzverein Borstendorf e.V. wurde 1927 als "Weihnachtsbastelgruppe" aus der Taufe gehoben

Am 1. Advent 1967 erstrahlte die Ortspyramide zum ersten Mal. Sie war eine der Ersten in der Umgebung - erschaffen vom Schnitzverein Borstendorf e.V.

Die Bestückung der Ortspyramide - erschaffen von dem Schnitzverein Borstendorf e.V.

Horst Schreiter weihte die Pyramide 1967 im Beisein der Erbauer ein

In den ersten Jahren wurde die Pyramide mit Hilfe von Stützstangen aufgestellt

Freude nach dem erfolreichen Aufbau (Ende der 60er Jahre)

Horst Schreiter übergibt 1972 zur Schnitzausstellung dem 10.000. Besucher eine Pyramide

Große Schnitz- und Bastelausstellung im Jahr 1982 mit 20.000 Besuchern

Weinkarte 1985

An der Anzahl und Vielfalt der Exponate genießt der Schnitzverein Borstendorf eine Einmaligkeit im gesamten Erzgebirge

Die Kinderschnitzgruppe wurde von Horst Schreiter 1954 mit 12 Mädchen und 24 Jungen ins Leben gerufen. Er leitete sie 50 Jahre mit viel Engagement.

Schulkinder im Clubraum

Veranstaltungen im "Kulturhaus Neues Leben":

Das Kulturhaus diente sogar als Fernsehstudio, wie hier bei der Aufzeichnung "Herzklopfen kostenlos"

Fast alle DDR Stars gaben in den stets ausverkauften Veranstaltungen ihr Visitenkarten ab - wie hier Hans-Joachim Preil

Rolf Herricht - ein beliebter Star

Eberhard Cohrs war ebenfalls zu Gast

Fips Fleischer

Kammersänger Rainer Süß zu Gast im Kulturhaus

Gute Stimmung herrscht im Saal

Tanz im Kulturhausgarten

Bierdeckel des Kulturhauses


Von Anfang an (1963-1990) waren Helmut Preißler und Ehefrau Henni mit dem Kulturhaus eng verbunden

Das letzte Team des Kulturhauses zur Schließung am 03.06.1992

Nach der Schließung fand ein Konzert mit Gunther Emmerlich und u.a. dem Volkschor im Kulturhaus am 10.06.1993 statt

Grünhainichener Heimatverein e.V., Textarchiv: Helmut Preißler ✝, Bernd Köhler ✝, Bildbearbeitung: Dietmar Ender