Die Anfänge dieses Gebäudes gehen sehr weit zurück. In den sächsischen Meilenblättern von 1780 waren diese beiden Gebäude (Brettmühle und Wohnhaus) bereits eingezeichnet. Vermutlich standen das Wohnhaus und die Brettmühle bereits evtl. Ende des 16. Jahrhunderts, denn darin befand sich auch der Zuchtviehstall, wie es damals im Erzgebirge üblich war. Die Brettmühle stand linksseitig im halbrechten Winkel zum Wohnhaus. Weitere Informationen zur Mühle finden Sie an der Tafel der Niederen Brettmühle nebenan.
Im Brandversicherungskataster von 1855 wurde Johann David Beier als Haus- und Schneidemühlenbesitzer erwähnt, dazu wurden versichert: das Wohngebäude mit Zuchtviehstall, das Wassergebäude, das Schneidemühlengebäude, das Schneidemühlenwohngebäude, sowie das gehende und treibende Zeug der Schneidemühle im Schneidemühlengebäude.
Im Einwohnerverzeichnis von 1884 wurde der 43-jährige Wilhelm Moritz Oehme als Besitzer aufgeführt. 1888 verkaufte er die Schneidemühle an Siegel & Haase (gegründet 1881). Am 18.03.1918 brannte das Wohnhaus, welches inzwischen ebenfalls von Siegel & Haase gekauft worden war und als Kutscherwohnhaus mit Pferdestall diente. Die Pferdekutschen befanden sich in der „Remise“ mit der Ortslistennummer 15 (Fabrikweg 3) und dienten dem Transport der Waren. Der Bauantrag vom Februar 1919 beinhaltete den Aufbau des niedergebrannten Kutscherwohnhauses sowie den Anbau eines neuen Pferdestalles. Für das geplante Gebäude sollten die gut erhaltenen Umfassungsmauern des Erdgeschosses Verwendung finden. Die Ausführung sollte im Schweizerstil erfolgen. Laut Bauantrag bat man um eine möglichst baldige Genehmigung, um „einer Anzahl gerade beschäftigungslosen Leuten, aufgrund von Kohlemangel, Arbeit zu geben“. Nach einer Korrektur der Bauzeichnung erfolgte der Bau des Gebäudes, wie es heute zu sehen ist.
Es entstand ein großes Fabrikgelände mit Fabrikhof, welches durch ein Tor oberhalb der Remise und einen Schlagbaum an der sogenannten Wache, dem Pförtnerhaus am Fabrikkopfbau, eingegrenzt war. Eine Durchfahrtsstraße, wie sie ursprünglich war und heute wieder ist, gab es zu Zeiten der Papierfabrik nicht.
Weitere Informationen über Siegel & Haase erfahren Sie auf den anderen Tafeln hier im ehemaligen Fabrikgelände.
1962, 1983 und 1986 gab es Baugenehmigungen zum Garagenbau auf dem Grundstück der Papierfabriken Grünhainichen. Von Herbst 1989 bis ca. 1992 befand sich im Erdgeschoss rechts eine HO-Verkaufszweigstelle der Papierfabrik in einer umgebauten Wohnung. Sam und Denise Schwedler erwarben es 2002 von der Treuhand. Sie fanden im Garten 2 Kanäle sowie 2 gemauerte Becken, die einst für die Wasserversorgung der Schneidmühle genutzt wurden.

