Hier auf dem Grundstück der 2022 eröffneten „Grundschule im Grünen“ befand sich bis 2016 das Naturbad Grünhainichen. 90 Jahre lang, ab dem 09.05.1926, brachte es den Bürgern von Grünhainichen im Sommer Erholung, Spaß, Sport und auch Kultur und Gastronomie.
Durch seine idyllische Lage war es nicht nur bei Grünhainichenern sehr beliebt, auch Gäste aus den umliegenden Gemeinden nutzten gern das Naturbad.
Seinen Bau in den 1920er Jahren hatte es dem Umstand zu verdanken, dass die Brauerei Grünhainichen, die hier am Standort mehrere Brauereiteiche besaß, ihren Betrieb einstellen musste.
Dadurch konnte der Bau des Bades verwirklicht werden. Die Gemeinde erwarb das Grundstück und beauftragte die Oederaner Baufirma Kempfe und Wagner mit dem Bau. Diese erbaute das Bad, wie wir es von den herrlichen Ansichtskarten her kennen, mit Holzsprungturm und allen der damaligen Zeit entsprechenden modernen Annehmlichkeiten (Umkleide, Toilette, Gastronomiehäuschen usw.). Die Idee und erste Bemühungen, einen Badeort zu schaffen, gab es schon vor dem 1. Weltkrieg hier am Standort an einem Brauereiteich. Ein Schwimmverein hatte sich gegründet und hatte erste Bade- und Schwimmbedingungen hergestellt, aber der Krieg machte die guten Ansätze schnell zunichte und dann brauchte es seine Zeit, ehe die Idee verwirklicht werden konnte. Der Lehrer Wünsch aus der Volksschule Grünhainichen bemühte sich besonders um die Entstehung des Naturbades.
Das Bad hatte nach seiner Einweihung ein riesiges, 103 m langes und 18 m breites zusammenhängendes Becken. Nach einer Betriebspause während des 2. Weltkrieges erfolgten in den 1950er und 1970er Jahren Erneuerungen und Umbauten zu getrennten Nichtschwimmer- und Schwimmerbecken. Das Schwimmerbecken bekam eine tiefe Sprunggrube und einen neuen modernen Sprungturm. Es hatte die übliche 50 m Wettkampflänge und es fanden unzählige sportliche Wettkämpfe statt. Der sportliche Höhepunkt der Badhistorie war zweifelsohne die Junioren-DDR-Meisterschaft im Wasserball 1978. Aber auch kulturelle Veranstaltungen wie Tanzabende, Konzerte, Filmvorführungen und Badfeste mit Modenschauen, Showturmspringen und anderen Belustigungen müssen erwähnt werden.
Nach der Wiedervereinigung hatte die Gemeinde Grünhainichen durch die Ortsfusionen mit Waldkirchen und Borstendorf nicht die ausreichenden Mittel, um 2 Bäder zu betreiben, und wählte den Standort hier zur Errichtung der dringend gebrauchten neuen Grundschule aus. Ein zukunftsweisender Entschluss, der gute Früchte trägt.