Das Haus wurde ca. um 1800 errichtet. Traugott Leberecht Uhlig wurde im Brandversicherungskataster von 1855 als Hausbesitzer und Holzarbeiter des Wohngebäudes mit angebauter Stubenvergrößerung erwähnt. Typisch war, dass, wie üblich im Erzgebirge, sich Stall und auch die Arbeitsstube im Erdgeschoss befanden. Im Einwohnerverzeichnis von 1884 gab es bereits den 47-jährigen Hausbesitzer Johann Gottfried Uhlig, welcher zusammen mit weiteren 2 Bewohnern und u.a. deren Familien im Haus wohnte. Er übte den Beruf des Schippenhauers oder auch genannt Schippenhackers aus. Die Herstellung der beispielsweise Schneeschippen oder Getreideschaufeln erfolgte mittels sogenannter Dechsel, einem beilähnlichen Werkzeug zum Aushauen von Vertiefungen. Danach wurde das entstandene Schaufelblatt mit tätig war. 1912 wurde durch den Spielwarenarbeiter, Besitzer und Sohn Louis Oswald Uhlig der nur erdgeschosshohe Anbau linksseitig der Giebelseite errichtet. Dies beweist ein Bauantrag. Louis Oswald Uhlig arbeitete als Klavierstimmer bei der Spielwarenfabrik Ernst Julius Seifert im Anwesen mit der Ortslistennummer 58 (Christian-Friedrich-Göthel-Weg 2). 1922 gab es 2 Bewohner, die den Beruf des Malers und Fabriktischlers ausüben und u.a. mit ihren Familien in diesem Haus wohnten. Louis Oswalds Uhlig starb 1935 und der 1890 geborene Sohn Paul Arthur Uhlig wurde 1943 im Grundbuch eingetragen. Als er starb, wurde Tochter Elisabeth Freyer geb. Uhlig Miterbin. Nach ihrem Tode wurde ihr Sohn und Zimmermann Heinz Bernd Freyer Eigentümer. Er war im Turnen sehr erfolgreich und bekam 1974 die Ehrennadel des Deutschen Turn-Verbandes der DDR verliehen. 1980 erfolgte der Bau eines massiven Stalles mit Schuppen hinter dem Haus im Anschluss an die Terrasse. Seit 2009 ist das Haus im Besitz von Familie Findeisen.
Diese Materialien sind nur hier digital verfuegbar – auf der Tafel selbst ist dafuer kein Platz.
weitere Materialien zum Schippenhacker:

Das einstige Fachwerkhaus - Bauzeichnung von 1912

Verschiedene Dechsel, welche u.a. zum Behauen der Schippen- und Schaufelblätter benutzt wurden

Erbschein

Winter in Borstendorf

Hausansicht
Nach dem verheerenden Hochwasser 1958:


Hochzeit von Rainer Findeisen:


Urkunden zur Ehrennadel des Deutschen Turn-Verbandes der DDR:





